Wenn Plan A nicht klappt…

Wir haben uns selbst einen sehr sehr engen Zeitplan gesetzt. Einerseits weil wir es wollten, andererseits weil es Bedingung für die Förderung war. Wir wollten es, weil wir so schnell wie möglich echte Inspirationen online haben wollen, damit all die Dörfer so kreativ wie möglich durchstarten können. Wir sollen es, weil das eben die Förderbedingungen sind: dieses Jahr noch. Wir haben es versprochen. Und dann… will es einfach nicht nach Plan gehen.

Es ist spannend, was dann menschlich passiert. Die Personen, die davon betroffen sind, dass der Plan eben nicht klappen will, durchleben Versagensgefühle. Zuerst geht es nicht darum, dass der Plan vielleicht unrealistisch ist, sondern dass die Person nicht gut genug ist, ihn umzusetzen. Wir mussten uns erst einmal wieder daran erinnern, dass es eben nur ein Plan ist. Und wenn Plan A nicht funktioniert, dann hat das Alphabet ja noch 25 weitere Buchstaben, die wir probieren können. Und mit all den Sonderzeichen führen noch viele viele Wege nach Rom – oder in unserem Falle, bis Dezember Inspirationen online zu haben.

Was hilft also, wenn Plan A nicht funktioniert?

Zunächst einmal den Menschen vom Plan trennen. Der Plan war unrealistisch. Eine theoretisch gute Idee, die sich aber in der Realität nicht bewiesen hat. Für dieses Forschungsergebnis können wir dankbar sein, wir haben Negativwissen gewonnen, auch wichtig und hilfreich. Und die Person, die uns diese Erkenntnis geschenkt hat, verdient Dank dafür, dass wir lernen durften. Es ist viel schwerer, ohne Ergebnisse zu arbeiten als wenn es viele kleine Zwischenerfolge gibt.

Dann nochmal genau aus Ziel schauen. Was genau wollen wir eigentlich erreichen? Wir haben uns ja nicht einem Plan verpflichtet, sondern einem Ziel, vielleicht auch einem Produkt. Was genau haben wir eigentlich versprochen?

In unserem Fall haben wir festgestellt, dass wir versucht haben, in der Umsetzung gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Wir wollten parallel ein Netzwerk aufbauen. Ok, das war dann wohl etwas überambitioniert für ein paar Monate in einer neuen Initiative, die noch keiner kennt. Das eigentliche Ziel war immer, Inspirationen aus Dörfern für Dörfer aufzubereiten. Also bleiben wir doch genau dabei. Und schon ist, ganz von alleine, ein neuer Plan entstanden. Dass Plan B gut ist, war schnell spürbar, denn die Person, die die Umsetzung verantwortete, jubelte fast: “Ja, jetzt kann ich endlich richtig arbeiten und wirken!”

Insgesamt geht es wohl um eine richtige Balance: den Plan nicht gleich hinschmeißen, denn es gibt Hindernisse und kleine Anpassungen und kein Plan wird reibungslos sein. Wenn jedoch nach einiger Zeit ganz deutlich keine Ergebnisse sichtbar werden, dann brauchen wir einen neuen Weg zum Ziel. Es ist niemals der Plan, der uns leitet, sondern immer das Ziel.

von Monia, Team Dörfer im Aufbruch

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