Wer war da nochmal zuständig?

“Irgendjemand hatte gesagt, dass er das macht. Weißt Du noch, wer das war?”.
“Du hattest das zugesagt und hast es nicht getan. Du kannst doch jetzt nicht sagen, dass Du Dich daran nicht erinnerst?”

In unserem Team führen wir unsere To-Do- Listen online. Das hilft einerseits mir, damit ich selber nichts vergesse, andererseits den anderen, weil sie wissen, dass ich das auf dem Schirm habe. Wir können auch die einzelnen To-Dos kommentieren und mitteilen, dass wir jetzt etwas brauchen, sogar einzelne To-Dos auf den Listen der anderen nach oben schieben. Diese Transparenz hilft ungemein, denn tatsächlich sage ich so oft Kleinigkeiten zu, die ich zu schnell wieder vergesse – doch was für mich eine Kleinigkeit ist, ist für die Person, die darauf wartet, die Voraussetzung, um überhaupt starten zu können. (Wir arbeiten auf Basecamp, einem kostenpflichtigen Tool, haben aber auch gute Erfahrungen mit der kostenlosen Version von MeisterTask.)

Doch welche Möglichkeiten gibt es auch ohne Online-Tools? Ich war vor kurzem bei einem Entwicklungstreffen, das genau so verlief, wie immer: höchste Kreativität, solange es darum ging, Neues zu entwerfen und größte Stille und Müdigkeit, wenn es am Schluss darum ging, sich für einzelne Aufgaben in der Umsetzung zu verpflichten. Doch irgendwann war es vollbracht: alle Aufgaben hatten ihre Paten gefunden. Und die Moderatorin hat sie mit ihren Aufgaben fotografiert. Einige Menschen waren alleine auf dem Bild, denn sie hatten alleine eine Aufgabe übernommen. Andere waren zu zweit oder zu dritt. Jedesmal, wenn sie ein Bild mit einer Aufgabe machte, bedankte sie sich explizit und die Gruppe begann spontan an, zu klatschen. Es war ein schöner Moment. Und am nächsten Tag kam per Email eine Fotoseite mit Datum als PDF.

Ich fand diese Idee genial, aus drei Gründen:

  • der Moment war toll. Es gab echte Wertschätzung für die Personen, die sich eine Aufgabe genommen hatten, sie waren total aktiviert;
  • das Gefühl der Verbindlichkeit war sofort größer, sie hatten “Gesicht gezeigt”;
  • und ganz pragmatisch: ich kannte nicht alle Namen. So hatte ich die Chance, noch einmal zu sehen, wer sich hinter dem Namen auf der Aufgabenliste verbarg und die Ansprache fiel mir so unendlich leichter.

 

von Monia, Team Dörfer im Aufbruch

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