Amtzell

Gemeindepower

Während andere Gemeinden mit den Folgen des demographischen Wandels zu kämpfen haben, liegt Amtzell mit seinem Altersdurchschnitt ganze vier Jahre unter dem Rest des Landes. Man kann sich hier über eine hohe Geburtenrate und den Zuzug von Neubürgern freuen, vor allem junge Familien. Eine gute moderne Infrastruktur mit einem interkommunalen Gewerbegebiet und vielen Arbeitsplätzen für die Menschen in der Region ist sicherlich einer der Gründe dafür. Es gibt eine Ganztagsschule und einen Wohnkomplex für Senioren, in dem auch eine Kleinkindgruppe untergebracht ist. Doch da ist noch etwas. Die Gemeinde hat sich hier schon früh bewusst als Gemeinschaft definiert und die Weichen für ein menschliches Miteinander gestellt. Die Menschen haben gelernt füreinander mitzudenken und dieses stark ausgeprägte Gemeinschaftsgefühl macht den Ort lebendig und attraktiv.

Das Netzwerk der Gemeinde

Das Problem der demografischen Entwicklung haben die Amtzeller schon früh Ende der 80er Jahre erkannt und daher die Aufgaben einer Gemeinde anhand folgender drei Säulen definiert: Wirtschaft, kulturelle Entwicklung und soziale Komponente. Zur Förderung der sozialen Komponente ist das “Netzwerk der Gemeinde” entstanden. Zahlreiche Projekte sorgen für das Miteinander und Füreinander unterschiedlicher Altersgruppen und für ein generationsübergreifendes Lernen. So gibt es einen Förderkreis “Füreinander – Miteinander”, einen Gesprächskreis “Jung und Alt”, einen Besuchsdienst für Kranke und Einsame, eine Hospizgruppe, einen Arbeitskreis zur Dorfkultur und einen zur Heimatpflege. Auch ein Bürgerforum, der sogenannte Arbeitskreis Dorfgemeinschaft, wurde etabliert, um die unterschiedlichen Bewohner des Dorfes zusammenzubringen und Probleme gemeinsam, wie in einer Familie, lösen zu können. Er tagt vier- bis fünfmal im Jahr, vernetzt Akteure aus dem sozialen, ehrenamtlichen oder professionellen Bereich und bringt alle Probleme, Fragen oder Ideen der Einwohner auf den Tisch.
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Hand in Hand

“Hand in Hand” ist eines der Projekte, das im Arbeitskreis Dorfgemeinschaft entstanden ist. Es handelt sich um eine Senior-Junior-Partnerschaft. Über ein ganzes Jahr lang betreuen zwei Siebtklässler einen älteren Bürger oder eine ältere Bürgerin der Gemeinde. Sie helfen ihnen beim Einkauf, am Computer, erklären das Internet, das Handy oder machen einen Spaziergang zusammen. Umgekehrt lernen die Jugendlichen dabei etwas über das Leben und über die Geschichte des Dorfes. Das Prinzip “Hand in Hand” ist vielerorts wirksam in Amtzell. In dem Arbeitskreis Jugend kommen Jugendliche mit Mitgliedern des Gemeinderats zusammen. Die vier bis sechs Sitzungen im Jahr sind öffentlich. Jeder Jugendliche kann zu den Sitzungen kommen, sich in das besprochene Thema einbringen und ernst genommen fühlen.