Böddenstedt

Vernetzt und naturverbunden

Engagement und Miteinander, das wird in Böddenstedt groß geschrieben. Einmal im Jahr, auf der Lichtmessfeier, ehren die Dorfbewohner mit der Verleihung des “Goldenen Einhorns” die Menschen, die sich um den Ort besonders verdient gemacht haben. Mit 600 Vereinsmitgliedern gibt es in in dem rund 500-Seelendorf Böddenstedt sogar mehr Mitgliedschaften als Einwohner.

Erneuerbare Energien

Eine Biogasanlage ist seit 2005 in Betrieb, sie sichert auch einen Arbeitsplatz in der Gemeinde. Heute produziert die Anlage zusammen mit zwei Satelliten-Standorten Strom für ca. 2000 Haushalte. Die Abwärme wird zur Beheizung von Wohnhäusern und Ställen genutzt, und zum Trocknen von Zwiebeln. Es wird auf eine umweltbewusste und ökologisch sinnvolle Bewirtschaftung der Anlage geachtet. Der Großteil des Futters wird in einem Radius von fünf Kilometern um die Anlage, vorwiegend durch die Betreiber selbst, angebaut. Somit trägt die Anlage auch zum Erhalt der landwirtschaftlichen Betriebe bei. Die Gärreste der Anlage werden von den liefernden Betrieben und ansässigen Landwirten als Dünger verwendet

 

Die letzten ihrer Art

Besonders engagiert sind die Böddenstedter auch im Zusammenspiel mit ihrer Umwelt. Beim Bau des Suderberger Windparks wurden 15 Hektar Ausgleichsflächen geschaffen, die nun neue Lebensräume für Kranich, Kiebitz, Rohrweihe und andere Vögel sind. Alte Haustierrassen werden im Ort gezüchtet. Engagierte  Bürger setzen sich für den Erhalt der Schirmkiefer in der Region ein. „Die letzten ihrer Art“ werden in einer Baumschule im Ort nachgezogen, mit dem Ziel ein Schirmkiefernbiotop in der Region zu errichten. Die Arbeitsgruppe Kulturfluss möchte artenreiches Grünland erhalten und gleichzeitig Jagdbiotope für Schwalben und Fledermäuse sicherstellen. Ein Studentenprojekt kümmert sich um den zahlreichen alten Baumbestand im Ort. Nachdem die Geschichte der Höfe und Gebäude in den letzten Jahren gut erforscht und für die Öffentlichkeit aufbereitet worden ist, möchte die Gemeinde nun auch die zahlreichen Dorfbäume systematisch erfassen, ihren früheren Nutzen und Funktionen, aber auch ihren Gesundheitszustand besser kennenlernen. Für jeden Baum wird ein Steckbrief erstellt. Auch Lösungen für so manche Baum-Probleme sollen im Rahmen dieses Projektes gefunden werden, was kann man z.B. mit 300 Schubkarren Eichenlaub anstellen, die allein von einem Hofbaum produziert werden?

Gemeinsam stark

Das ehemalige Schulgebäude haben die Böddenstedter im gemeinschaftlichen Einsatz zu einem Dorfgemeinschaftshaus mit einer Töpfer- und Bastelwerkstatt, Küche und Proberaum umgebaut. Eine Festscheune steht für die gemeinsamen Feiern zur Verfügung. Jedes Jahr wird auch der Maibaum gemeinsam aufgestellt. Ein sehr aktiver Sportverein mit einem Vereinshaus, einer Gymnastikhalle, Sport- und Tennisanlage, teils mit Flutlicht, ermöglicht den Dorfbewohnern zahlreiche sportliche Aktivitäten und Angebote vor Ort.

Der kostenlose Freifunk für eine bessere Internetverbindung ist aus einer privaten Initiative entstanden. Eine ehemalige Telefonzelle in der Dorfmitte, die Infozelle, dient als Informationspunkt für alles, was das Dorf zu bieten hat, von Dorfgeschichte bis hin zu Wanderwegen. Ein Blog informiert über das aktuelle Geschehen im Dorf.

 

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