Hagedorn

Klein, schnell und schlau

Nur 103 Dorfbewohner leben in Hagedorn, ein kleiner aber aktiver Ort. Ganze 93 von ihnen haben sich in ihrem Heimatverein zusammengeschlossen, der zu einem aktiven Zentrum der Dorfentwicklung geworden ist. Hier werden alle Ideen rund ums Dorf gesammelt, entwickelt und umgesetzt.

Dorfgemeinschaftshaus mit Heubodenhotel

In Eigenregie und dank 1456,5 ehrenamtlich erbrachter Arbeitsstunden hat die Dorfgemeinschaft einen alten Stallbereich zu ihrem Dorfgemeinschaftshaus und zu einem Heubodenhotel ausgebaut. Der so genannte “Lips Hof” wird regelmäßig für Veranstaltungen und für Übernachtungen genutzt, beliebt ist das etwas andere Hotel vor allem bei den Familien mit Kindern. Hier gibt es auch das Feuerwehr-Museum und den Jugendraum, eine Selbstversorgerküche und einen Bücherschrank. Der Heimatverein organisiert neben den Gemeinschaftsarbeiten, den Gestaltungen und Planungen im Dorf auch das traditionelle Kartoffelfeuer, das Maibaumfest, Wandertage, Erkundungsfahrten, Säuberungs- und Pflegearbeiten, ein Senioren- und Sommercafe, die Jugendarbeit und vieles mehr.

Zeitgemäß, vernetzt, kreativ

Einzelne Bewohner haben ihre alten Ställe für Wohnungen und Gewerbe umgebaut. Anstelle von Leerstand gibt es in Hagedorn nun eine Heilpraxis, einen Friseursalon und den Hofladen “Futtergrippe” mit ausschließlich regionalen Produkten. Alle Geschäfte sind mit den Vereinen vernetzt, so können die Dorfbewohner dort Gutscheine für das Sommercafé kaufen oder sich für Veranstaltungen des Heimatvereins anmelden. Eine Privatinitiative bietet afrikanisches Trommeln und Bogenschießen in Hagedorn an, ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt. Einmal im Jahr öffnen die Hagedorner auch ihre Türen zur „Gartenpartie“, zu der über 500 Besucher kommen, um sich an den bunten Bauern- und Naschgärten zu erfreuen. Für jedes Neugeborene wird ein Kinderbaum gepflanzt. Für ihre Senioren organisieren die Dorfbewohner privat Mitfahrgelegenheiten. Doch auch ein Dorfauto mit Echtzeit-Buchungssystem ist in Planung.

Gelebte Freundschaft mit Finnland

Gelebte Freundschaft praktizieren die Dorfbewohner auch über ihre Dorfgrenzen hinaus. Mit ihrem Partnerdorf in Finnland sind sie in einem regelmäßigen Austausch, gegenseitige Besuche finden statt, auch mal Überraschungsbesuche zu Geburtstagen. Aber auch tatkräftige Unterstützung gibt man sich, wie beim Bau des Gemeinschaftshauses in Finnland, das mithilfe einer kleinen Delegation aus Hagedorn entstanden ist. Finnische Jugendliche waren am Entwurf und der Ausführung einer Malaktion in einer Fußgängerunterführung in Steinheim beteiligt.

Alternative Energien und Dorf-Batterie

Auch wenn es um Energie geht, haben die Hagedorner sich auf den Weg in die Zukunft gemacht. Mit einer vielfältigen Mischung aus Photovoltaik-Anlagen, Blockheizkraftwerk, Wärmepumpen und Biomasseverwertung versorgen sie sich mit regenerativen Energien. Darüber hinaus wollen die Dorfbewohner mithilfe der Hochschule Ostwestfalen-Lippe nun herauszufinden, ob sie mit einem elektrischen Stromspeicher auf Ortsnetzebene, einer „Dorf-Batterie“, Kosten für alle einsparen können.

http://www.nrw-hagedorn.de/